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"Also diesem kleinen Bild sieht man es nicht an - aber ich halte das "Teleskop" für die beste Installation in Hyperkino. Ich habe da eine Kamera mit einem großartigen Teleobjektiv. Von weit her blickt sie auf dieses kleine Loch in der Mauer. Und ist mit einem langen Kabel verbunden, das zu einem Fernseher führt. Der hinter der Mauer steht und das Bild zeigt, das die Kamera sieht. Nun blickt der Besucher mit erwünschter Neugier durch das Mauerloch. Und sieht sich, wie er blickt. Wendet er sich um, um die Kamera zu suchen, die ihn da offenkundig filmt, so fehlt ihm der Blick auf den Bildschirm.

Ja klar, sich überwacht zu fühlen. Sogar zu sehen, wie man beobachtet wird. Da, da ist der Nachweis: Ich werde ohne Einwilligung gefilmt. Und den Beobachter da irgendwo hoch im Dunkeln von Hyperkino nur zu wissen, nie zu sehen, nie zu packen. Das ist die kleine politische Botschaft.

Ich meine, der Kosmos ist so gebaut: Am Ende, wenn wir in die eine Richtung blicken und allen Raum und alle Zeit, die einem jeden Punkt im Universum zueigen ist, durchblickt haben, schauen wir auf uns selber, auf unsern Standpunkt. Von hinten."

Chris Mennel

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