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Himmel. Halle. Hölle.   

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Anfang und Ende der Medienkunst, datierbar:

Für mich begann Medienkunst mit der GIGA 1994, gipfelte in den drei Kölner Hyperkinos 1996-1998, und endete 2009 im Stuttgarter "Media Space".

Diese GIGA 1994 in Stuttgart steigt mittlerweile anhand verbleibender Erinnerung bei den Beteiligten als größtes Ereignis der Medienkunst in der Region empor. Damals war die GIGA ein Spaß, bei dem jeder dachte, es geht präziser und gründlicher so weiter.

Denkste. Sie fand zur richtigen Zeit am richtigen Ort statt, sie flog ihrer Startintention - der staatlich finanzierten Landesgartenschau Stuttgart ein Underground-Komplement vor die Nase zu setzen - weit davon, sie versammelte alle damaligen Künstler der Region und auch alles Publikum, und sie erwies sich als ein so kraftzehrendes Werk, wie das zerstreute Volk der Kunstmacher Stuttgarts es nicht wieder auch nur zu schaffen wagte.

Die Substanz der GIGA erwuchs nicht aus einem eingetragenen Verein, so gern dies auch so dargestellt wird. Die Peripherie an Helfern und fast alle Künstler arbeiteten nur kurz für die GIGA zusammen und waren nie Vereinsmitglieder. Bleibt also die GIGA als solches, das Spontanwerk der Medienkunst bei bestem Wetter, im Stuttgarter Waldheim, mit „Schnitzel Nr. 69 bitte kommen", mit Rikscha-Fahrrädern zum Bus, dem Tiefenbronner Madenrennen, um mal mit Seitlich-Erstaunlichem zu beginnen - und zwischendrin 20 Performances, 40 Filme, 10 Computer (1994!!) und 30 Monitore. Das sind „gefühlte Zahlen", ein Buchhalter mag mich belehren, dass es weniger Computer und bitte doch auch einige Diashows waren.

Dabei bei der GIGA also auch ich. Mit selbst hergeschleppten Röhrenmonitoren, geliehenem Computer mit Nadeldrucker, einer Diashow. Dokumentierend das Geschehen mit Videokamera, zeitweise Moderator der Ereignisse... und alles, was ich da tat und wie ich es tat, geschah für mich zum ersten Mal. Ein privater Urknall. Mein Begriff, was Medienkunst ist und was sie leisten kann, teils am Tage und voll in der Nacht, wurde im Stuttgarter Waldheim geboren, beim Verzehr von Schnitzel Nr. 69.

Und das ist nun, wo ich hier in den Unterlagen wühle, fünfzehn Jahre her. Es schlossen sich drei Riesenmedienkunstunterfangen in der Stadt an, die meinen Dialekt spricht: Köln. Hyperkino. Das tingelte dann noch durch Heidelberg, virtualisierte sich in Münster, und zerstückelte sich pragmatisch bei späteren Medienkunstevents. Aufstieg und Fall der Medienkunst, und mittendrin Hyperkino, für mich natürlich das eine Zeitlose, die größere Substanz als das ganze ZKK (Zentrum für Medienkunst Karlsruhe): Hyperkino als Matterhorn der Medienkunst.

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Willkommen, bienvenue, welcome - im Hyper-Cabaret... Chris Mennel auf der GIGA Stuttgart vor dem Zelt, in dem nach physikalischen Rückrechnungen 1994 der Urknall zu Hyperkino stattfand :-)